Was muss jemand, der meine Bilder sieht, über mich wissen?
Eigentlich nichts! Die Dinge sollen für sich sprechen – und da sie ein Stück von mir sind, werden sie dem Betrachter irgendwie auch einen Einblick in Teile meines „Ichs“ gewähren.

Aber okay, für die denen das nicht genügt:

Geboren 1954. - Danach das Übliche, was alle Kinder so tun : groß und stark werden (letzteres ist mir besonders gut gelungen), und, weil es Spaß machte, lange, lange zur Schule gehen.

1974 bis 1978 – verbrachte ich dann freiwillig in der Psychiatrie, wurde aber schließlich als geheilt und mit dem Diplom mich fortan Krankenpfleger nennen zu dürfen, entlassen. Danach arbeitete ich in verschiedenen sozialen Einrichtungen, bis ich 1983 die Pflegedienstleitung eines Alten- und Pflegeheimes übernahm. Von 2004 bis 2015 war ich im Qualitäts- und Hygienemanagement, sowie als Dokumentationsbeauftragter tätig.

1986 kaufte ich mir mit einem Freund einen alten Bauernhof im Vogelsberg und in den folgenden 15 Jahren baute ich so nach und nach die Scheune und Stallungen zu meinem Wohnhaus um.

Später kam dann Walter hinzu und wir bauten die restlichen Nebengebäude aus. Mittlerweile gibt es hier drei autarke Wohneinheiten unter einem Dach, verbunden durch einen gemeinschaftlichen Vorbau. Und so leben wir, jeder für sich und trotzdem zusammen, und teilen miteinander Freud und Leid (meistens genau in der Reihenfolge).

1996 heiratete ich Rebecca, meine große Liebe, eine Yoruba-Prinzessin aus Benin, die uns ein Jahr später unseren Sohn Tim schenkte. Leider hatte der „Liebe Gott“ andere Pläne und meine Frau verstarb 2006 an einem Krebsleiden. Seit dem habe ich mich als alleinerziehender Vater mit dem Erfolg, dass mein Sohn gerade ausgezogen ist und sein Leben selbstbestimmt lebt, tapfer durch sämtliche Trotz-, Flegel- und Pubertäre-Phasen gekämpft.

Mein ganzes Leben lang schon kann ich kein weißes Blatt Papier ertragen. Ich muss es immer bekritzeln und irgendwann werden daraus Zeichnungen. Künstlerisch gesehen, bin ich Autodidakt. In meiner Freizeit experimentierte ich mit Öl, Acryl und Aquarell. Seit geraumer Zeit fasziniert mich nun die Möglichkeit digitale Fotocollagen herzustellen.

Ich habe nur selten die Vorstellung eines fertigen Bildes im Kopf, habe nicht „die Idee“.

Ich sitze vor einem weißen Blatt und lasse mich treiben, blättere durch meine Bildersammlung und irgendwie erkenne ich plötzlich Zusammenhänge, aus denen sich dann ganz langsam, Stück für Stück, ein neues Bild formt. Ein Prozess der zwar von tausend Gedanken begleitet wird, aber am Ende bin ich selbst jedes Mal von der soeben erschaffenen Bild-Welt überrascht. Überrascht auch von dem, was die Bilder mir sagen.

Und so erübrigt sich die typische Frage nach dem: „Was will der „Künstler“ (?) mir damit sagen?“ - Ich will nichts sagen!

Falls das eine oder andere meiner Bilder Dich „anspricht“ und Dir eine Geschichte erzählt - gut! So hat es seine Existenzberechtigung, denn das wird ganz allein deine Geschichte sein, eine die nur du darin siehst. Und darauf, denke ich, kommt es an!

Woher das alles kommt?

Nun, ich bin im „Multiversum“ rumgekommen, habe hunderte von Science-Fiction- und Fantasy-Büchern und -Comics gelesen, habe mich mit anderen Kulturen, Religionen, dem Voodoo, der Runen-Magie, Philosophien und immer wieder mit dem Mensch und dem Menschsein beschäftigt.

Tja - und das kommt dann dabei heraus!

 

Folgende Kurzgeschichten wurden exklusiv von ihm für EXODUS illustriert:

 

36: zu Wolf Welling: »Schutzengel« (Mai 2017)