»Philosophie und Science Fiction«

In seinem Essay »Science Fiction – Zukunftsliteratur? Pure Nostalgie!« - EXODUS 31 - beklagt Franz Rottensteiner, dass es in dem Überangebot an Titeln an zuverlässigen Maßstäben und Orientierungshilfen für den Leser fehlt. Damit hat er gewiss Recht. Es gibt derartige Orientierungshilfen zwar, aber sie liegen nicht gerade stapelweise in Buchgeschäften herum, sondern bleiben einem kleinen, sehr interessierten Publikum vorbehalten, womit sie nicht ihren Sinn, wohl aber ihre Wirkung verlieren.

Ein guter Führer durch den Dschungel ist »Philosophie und Science Fiction« von Hans Frey.

Kompakt, aber fundiert und vor allem verständlich zeichnet der Autor die Entwicklungsgeschichte der abendländischen Philosophie nach, stellt die wichtigsten Denker und ihre Theorien vor und setzt diese in Beziehung zu bekannten Werken der Science Fiction Literatur. Somit wird das Buch zu einem unverzichtbaren Werkzeug für jeden, der ein echtes, ein ernstes Interesse an Science Fiction hat.

In einer Rezension, erschienen in der Ausgabe 54 des Magazins phantastisch!, beklagt Horst Illmer, wie es möglich ist, ein solches Buch zu schreiben, ohne die Werke des Polen Stanislaw Lem zu erwähnen. Damit hat er natürlich Recht. Das bleibt in der Tat unverständlich. Aber mit einem kompakten Führer durch einen Literaturdschungel verhält es sich wohl ähnlich wie mit einem kompakten Allzweckwerkzeug. Wollte man an einem Schweizer Taschenmesser wirklich alle nur erdenklichen Geräte einbauen, würde es in keine Tasche mehr passen.

Olaf Kemmler

  Shayol Verlag (ISBN 978-3-943279-16-0)

 


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