Jörg Isenberg

... geboren 1968 als Septemberkind, hing wie zur Bestätigung im nachhinein ein Gemälde Bernard Buffets über dem Wohnzimmersofa der Eltern – vielleicht der Ursprung eines melancholischen Charlie-Brown-Gemütes, das die Sonne schattig und dunkel vergoldet sah und tiefe Wurzeln in die hochsauerländische Erde schlug.

Im Gegensatz dazu schlug das Herz anfangs noch im Takt der Geburtsstadt Bochum – hier schien ein Buffet ergänzend. Der Himmel war statisch sepiafarben, die Luft roch nach verkochtem Kohl, Kohle und Ziegelstein, und in den finsteren Durchgängen der Hinterhöfe öffneten sich die Zeittunnel hin zu den letzten, marginalen Trümmern des Krieges. Auf ihnen wuchs Löwenzahn, inmitten von all den Braun- und Grautönen der Häuser und Straßen, und die Autos waren schwarz oder weiß.

Kind war ich in den 70ern, Teenager in den 80ern. 1988 wurde ich Soldat. Seit 1992 Stabsunteroffizier a. D. und wieder in der Heimat. Wollte Rockmusiker werden und setzte das auch in die Tat um. Wurde Bassist der Band Dark Millennium. LPs und Touren in den Jahren 1992/93. Danach Umschulung zum Technischen Zeichner Maschinen- und Anlagenbau. Danach Anke geheiratet, die beste Frau der Welt. Jobs als CNC-Maschinenbediener und Qualitätssicherer in einer metallverarbeitenden Firma. 1998 Geburt von Sohn Lukas.

... Ach ja, das Schreiben: Der Drang, Geschichten zu erzählen, war immer da. Und eines Tages vor 20 Jahren fanden sie ihren Weg auf das in eine elektrische Schreibmaschine eingespannte Blatt Papier. Aus einem Blatt wurden mittlerweile 700 veröffentlichte. Übern Daumen. Und es werden noch einige dazu kommen – da bin ich ganz zuversichtlich.

Seine Kurzgeschichten in EXODUS:

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