Wolfgang Jeschke verstorben

Wolfgang Jeschke (* 19. November 1936 in Tetschen, Tschechoslowakei; † 10. Juni 2015 in München) wuchs nach der Vertreibung seiner Familie aus der damaligen Tschechoslowakei (der heutigen Tschechischen Republik) in Asperg bei Ludwigsburg auf. 1953 absolvierte er nach Abschluß der mittleren Reife eine Werkzeugmacherlehre und war im Maschinenbau tätig. Bis 1959 holte er das Abitur nach und studierte dann Germanistik, Anglistik und Philosophie in München.

Später arbeitete er als Redakteur bei »Kindlers Literatur Lexikon« und der Enzyklopädie »Die Großen der Weltgeschichte«. Ab 1970 war er als Herausgeber der Reihe »Science Fiction für Kenner« im Lichtenberg Verlag tätig, wo auch seine erste Kurzgeschichtensammlung »Der Zeiter« erschien. Ab 1972 arbeitete Jeschke auch für den Heyne Verlag, wo er ab 1973 (bis 2002) zusammen mit Herbert W. Franke als Herausgeber und Lektor der »Heyne Science Fiction & Fantasy« fungierte.

Der Verlag benennt ihn demnach völlig zu Recht als den »Großmeister der deutschen Science-Fiction« und stellt fest: »Er hat die Science-Fiction in Deutschland wie kein anderer geprägt.«

Seine vielfältigen Tätigkeiten und eigenen Veröffentlichungen trugen wesentlich dazu bei, dass die Science Fiction in Deutschland salonfähig wurde. Mehrfach wurde er ausgezeichnet, darunter auch mehrmals mit dem renomierten Kurd-Laßwitz-Preis.

Für EXODUS 29 verfaßte er den Leitartikel zur Galerie: »Thomas Franke - Höhepunkte der phantastischen Kunst«, da er die Arbeiten des Künstlers sehr schätzte. So überrascht es nicht, dass Thomas Franke die Gestaltung der bibliophilen Reihe des Autoren im Shayol Verlag übernahm und hierfür auch ausgezeichnet wurde.

Einen sehr interessanten Nachruf zum Autoren brachte u. a. die Frankfurter Allgemeine. Ausführliche Informationen zum Leben und Werk Wolfgang Jeschkes gibt es hier.

 


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